Abstammung

Definition, Bedeutung

Abstammung ist ein biologischer Begriff, der auf der Weitergabe von Genen über die Generationen hinweg beruht. Er wird im übertragenen Sinn auch für die Weitergabe und Fortentwicklung von Ideen und anderer Abstrakta verwendet.

Evolution und Soziologie

Bei Menschen wird der Begriff Abstammung verwendet, um einerseits die evolutionäre Entwicklung ("Der Mensch und der Affe stammen von gemeinsamen Vorfahren ab"), andererseits die familiäre Herkunft zu beschreiben. Abstammung ist somit die Herkunft eines Menschen (oder eines anderen Lebewesens) von seinen leiblichen Eltern, d. h. von der Mutter, von der die Eizelle stammt (also nicht die Stiefmutter, Adoptivmutter und auch nicht die Leihmutter) und vom Vater, der ihn erzeugt hat, und weiter in gleicher Weise von seinen Großeltern und allen weiteren Ahnen.

Rechtswissenschaft

Der Begriff der Abstammung im Sinne der familiären Herkunft wird im Bürgerlichen Gesetzbuch in § 1589 BGB zur Definition der Verwandtschaft bzw. Blutsverwandtschaft verwendet. In Zweifelsfällen ist zur Vaterschaftsfeststellung ein Abstammungsnachweis bzw. Abstammungsgutachten notwendig.

Anthropologie

Abstammung ist im anthropologischen Sinn ein System von Beziehungen, in dessen Mittelpunkt der Bezug zu einem gemeinsamen Ahnen steht. Man unterscheidet zwischen unilinearer und non-unilinearer Deszendenz, wobei unilinear weiter in matri- und patrilinear, dulineal und parallel differenziert werden kann; non-unilinear in bilateral und optativ. Durch den unilinearen Bezug auf einen gemeinsamen Ahnen erhält man sauber getrennte, sich nie überschneidende Deszendenzgruppen, welche sich in exogame und nicht-exogame Gruppen differenzieren lassen.

Im Fall einer patrilinearen exogamen Deszendenz sind die Kinder einer Frau nicht ihrer eigenen Deszendenzgruppe zugeordnet, sondern der ihres Mannes (Weitervererbung von Gruppenzugehörigkeit).

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'Abstammung' trennt man wie folgt:

  • Ab|stam|mung

Beispielsätze mit dem Begriff 'Abstammung'

  • Während sie Wettkämpfe der Bürger sein sollten und ohne Zweifel anfangs auch in Rom waren, wurden sie Wettkämpfe von Kunstreitern und Kunstfechtern; und wenn der Beweis freier und hellenischer Abstammung die erste Bedingung der Teilnahme an den griechischen Festspielen war, so kamen die römischen bald in die Hände von freigelassenen und fremden, ja selbst von unfreien Leuten.Quelle: Römische Geschichte, erstes Buch - Theodor Mommsen
  • Die älteste Verfassung der Gemeinden muß in den allgemeinen Grundzügen Ähnlichkeit mit der römischen gehabt haben; Könige oder Lucumonen herrschten, die ähnliche Insignien, also wohl auch ähnliche Machtfülle besaßen wie die römischen; Vornehme und Geringe standen sich schroff gegenüber; für die Ähnlichkeit der Geschlechterordnung bürgt die Analogie des Namensystems, nur daß bei den Etruskern die Abstammung von mütterlicher Seite weit mehr Beachtung findet als im römischen Recht.Quelle: Der Leib des Vaters Christian Rosenkreuz
(Definition ergänzt von Josephin am 01.10.2016)

Sie finden weitere Ergebnisse im Bereich: Synonyme

Blättern - im Alphabet davor
Wer ist online?

Derzeit sind 824 Gäste online.