anabolika

  • Definition, Bedeutung

    Anabolikum, griechisch αναβολικό, dies von αναβολή, anawolí - eigentlich die Vertagung, Aufschiebung) sind Substanzen, die den körperlichen Aufbau vorwiegend durch Steigerung des Proteinaufbaus fördern (anabole Wirkung haben). Zu den Substanzen mit anaboler Wirkung zählen insbesondere die anabolen Steroide, die β2Sympathomimetika und die Wachstumshormone. Sie finden in der Viehzucht und als unerlaubte Substanzen im Sport Anwendung (Doping).

    Substanzen

    Die bekanntesten Vertreter der Anabolika sind die anabolen Steroide. Neben Testosteron selbst kommen künstlich hergestellte Steroide, die eine dem männlichen Sexualhormon Testosteron ähnliche Wirkung zeigen, zur Anwendung. Die wichtigsten Vertreter sind Dehydrochlormethyltestosteron, Nandrolon, Metandienon, Stanozolol, Furazabol und Metenolon. Charakteristische Nebenwirkungen dieser Substanzen sind Akne, Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen und Leberschäden. Beim Mann kann neben einer Gynäkomastie eine Hodenatrophie mit Einstellung der Spermienproduktion beobachtet werden. Bei Frauen kann eine Einnahme anaboler Steroide zur vermehrten Körperbehaarung, zu Veränderungen des Menstruationszyklus, zum Klitoriswachstum und zur Veränderung der Stimmlage führen.

    Ebenfalls als Anabolika gelten die β2Sympathomimetika. Diese Substanzen wurden als Arzneistoffe zur Behandlung asthmatischer Beschwerden entwickelt. Neben der gewünschten Bronchien erweiternden Wirkung zeigen sie lipolytische (fettabbauende) und muskelanabole Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen werden bewusst insbesondere in der Viehzucht und im Sport-Doping ausgenutzt. Insbesondere Clenbuterol findet eine Anwendung als Anabolikum. Herz-Kreislaufnebenwirkungen, Muskelzittern, Muskelkrämpfe und Kopfschmerzen stellen häufige Nebenwirkungen der systemischen Anwendung von β2Sympathomimetika dar.

    Wachstumshormone und Wachstumsfaktoren regulieren das Zell- und Körperwachstum und verfügen somit ebenfalls über eine anabole Wirkung. Zu ihnen gehören u. a. Somatotropin (Wachstumshormon, hGH), Insulin und die Somatomedine, die auch als Insulin-like growth factors (IGF) bezeichnet werden. Insbesondere die derzeit in Dopingtests noch nicht nachweisbaren körpereigenen Substanzen Somatotropin und Somatomedin C (IGF-1) werden unerlaubt im Sport zur Leistungssteigerung eingesetzt. In Kombination mit Somatotropin wird oft mit Insulin angewendet, da Insulin die durch Somatotropin verringerte Glucoseaufnahme in die Muskelzellen kompensiert. Die Anwendung von Wachstumshormonen, wie Somatotopin, birgt die Gefahr von Nebenwirkungen wie Akromegalie und Diabetes mellitus (Typ 2). Ebenso steigt das Risiko an Krebsarten, wie Leukämie, zu erkranken.

    Wirkung

    Die Wirkung von Anabolika gründet sich auf ihren Einfluss auf den Aufbaustoffwechsel (Anabolismus) des menschlichen Körpers, wobei hier insbesondere der Eiweißaufbau gefördert wird. Dabei wird die Synthese von Eiweiß im Organismus verstärkt sowie gleichzeitig der Abbau der körpereigenen Eiweißvorräte vermindert. Bei gleichzeitigem intensiven Training kann durch die durch Anabolika erhöhte Proteinresynthese die Muskel-Hypertrophie beschleunigt werden.

  • Eiweißaufbauende Hormone [Med.]

(Definition ergänzt von Mio am 22.09.2016)

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