Apocolocyntosis

Definition, Bedeutung

Mit Apocolocyntosis (griechisch etwa „Verkürbissung“, von κολοκύνθη „Flaschenkürbis“) wird eine anonym veröffentlichte satirische Schmähschrift Senecas bezeichnet, die gegen den römischen Kaiser Claudius gerichtet war. Sie steht im Kontrast zu Claudius' Leichenrede, die Seneca als Lehrer des jungen Nero kurz nach Claudius' Tod verfasst hatte. Dennoch wird sie Seneca zugeordnet, der zeit seines Lebens tiefe persönliche Abneigung gegenüber Claudius empfand. Grund für die Abfassung der Kürbiswerdung des Claudius war wohl vor allem ebenjene tiefe persönliche Abneigung Senecas gegenüber Claudius (seine Verbannung durch Claudius und Messalina). Ebenso sollten mit der Schrift jedoch auch die Erbansprüche Neros bestärkt werden, die durch dessen direkte Verwandtschaft mit Augustus begründet sind. Dies erklärt die hervorgehobene Stellung des Augustus innerhalb der Schrift. Dieser verwehrt letzten Endes Claudius die Vergöttlichung (Apotheosis, vgl. Wortspiel im Titel).
(Definition ergänzt von Carla am 03.10.2016)
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