baldachin

Definition, Bedeutung

Ein Baldachin (italienisch baldacchino, mittelhochdeutsch baldekin, eigentlich ein in Baldach [mittellat. für Bagdad] gefertigter Goldbrokat) ist ein Stoffdach für ein Bett, auch Betthimmel genannt. In der Architektur wird der Begriff auch für die prunkvolle Überdachung von Thronen, Kanzeln, Bischofssitzen und ähnliches verwendet und bezeichnet ganz allgemein schmuckvolle Giebel. Auch die auf Säulen ruhende Überdachung von Altären und Denkmälern wird so genannt (oder auch Ziborium). Der Name stammt von dem italienischen Wort Baldacco, was im Mittelalter die italienische Bezeichnung für die Stadt Bagdad war, wo die kostbaren, meist golddurchwirkten Seidenstoffe herkamen.

Als Bezeichnung für den Thronhimmel sind Baldachine im Deutschen seit dem Jahr 1667 belegt. Orientalische Herrscher erschienen damals als Zeichen der Würde unter einem von Dienern getragenen Baldachin. Als Geschenke gelangten diese dann im frühen Mittelalter in das Abendland. Später wurden sie durch die Kreuzzüge und den Handel orientalischer Staaten mit Venedig in Europa weiter verbreitet.

Baldachine fanden sich aber auch auf gewöhnlichen Betten, etwa auf dem Bett des Gutsherren oder Bauern auf größeren Bauernhöfen. Häufig wurden dort Geheimfächer angebracht, in denen das Ersparte auf die "Hohe Kante gelegt" wurde.

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'baldachin' trennt man wie folgt:

  • Bal|da|chin
(Definition ergänzt von Valerie am 01.10.2016)
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