besitz

Definition, Bedeutung

Der Begriff Besitz bezeichnet im Sachenrecht die "tatsächliche Herrschaft einer Person über eine Sache" unabhängig von der rechtlichen Beziehung zu dieser Sache.

Umgangssprachlich, vermutlich historisch begründet, bezeichnet man "Besitz" auch als die Dinge, über die man unmittelbare Verfügungsgewalt hat, rechtlich die Innehabung.

Begriffsklärung

Besitz wird häufig - im juristischen Sinn fälschlicherweise - gleichbedeutend mit Eigentum verwendet (z.B. Hausbesitzer)[1].

Besitz im deutschen Recht

Definition

Im Bürgerlichen Gesetzbuch bezeichnet der Begriff Besitz die tatsächliche Gewalt einer Person über eine Sache (§ 854 Abs. 1 BGB) unabhängig von der rechtlichen Beziehung zu dieser Sache. Maßgebend für die Frage, ob jemand eine Sache in Besitz hat, ist also nicht, ob diese Sache seinem Eigentum zuzurechnen ist, sondern ob er die tatsächliche Gewalt über die Sache ausübt. Erforderlich hierzu ist neben einem räumlichen Herrschaftsverhältnis über die Sache auch ein Besitzwille.

In diesem Sinne haben auch der Mieter Besitz an der Wohnung und sogar der Dieb Besitz an dem gestohlenen Gegenstand.

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'besitz' trennt man wie folgt:

  • Be|sitz

Beispielsätze mit dem Begriff 'besitz'

  • Diesen Meinungen nun müssen wir im Allgemeinen um so mehr Recht geben, je mehr wir schon bisher die Bedeutung des Nervensystems gar nicht darin fanden, dass es die eigentümliche Qualität der geistigen Tätigkeiten erzeugte sondern nur darin, dass es ihnen, die wir als ursprünglichen Besitz der Seele voraussetzen müssen, durch Zuleitung und Kombination von Eindrücken die den äußern Umständen entsprechenden Richtungen geben soll.Quelle: Charles Dickens - Londoner Skizzen - Sketches by Boz
  • Das kleine Wohnzimmer ist ein wahres Muster von Stille und Sauberkeit, der Teppich ist mit grauer Leinwand bedeckt, der Spiegel und die Bilderrahmen sind sorgfältig in gelben Musselin eingehüllt, die Tischdecken werden niemals abgehoben, ausgenommen, wenn die Tische gewachst werden, was regelmäßig einen über den andern Morgen nach neun Uhr geschieht, und alles und jedes, vom größten bis zum kleinsten, hat seinen bestimmten Platz, was denn auch natürlich von den Geschenken gilt, die der alten Dame von kleinen Mädchen, deren Eltern in derselben Häuserreihe wohnen, gemacht werden und seit vielen Jahren in ihrem Besitz sind, wie zum Beispiel die beiden altmodischen Uhren (von denen die eine stets eine Viertelstunde zurückbleibt und die andere eine Viertelstunde vorgeht), das kleine Bild der Prinzessin Charlotte und des Prinzen Leopold, wie sie sich in der königlichen Loge des Drury-Lane-Theaters zeigten, usw.Quelle: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie - Sigmund Freud
  • Dahin zielt Horaz: Stets überlege dir und suche den Rat der Weisen, wie du dein Leben in Ruhe zubringen kannst, damit dich nicht ständig rastlose Habsucht plagt und foltert, noch die Angst, noch die Hoffnung auf Besitz unwichtiger Dinge.Quelle: Bruchstück einer Hysterie-Analyse - Sigmund Freud
(Definition ergänzt von Esther am 27.12.2016)

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