Binnenkolonisation

Definition, Bedeutung

[Gewschichte, Mittelalter] Die Binnenkolonisation hatte das Ziel, Menschen im eigenen Herrschaftsbereich auf bisher nicht genutztem Boden anzusiedeln.
Während der Binnenkolonisation wurden zunächst die bestehenden Siedlungen erweitert, und Söhne oder jüngere Brüder übernahmen die neuen Hofstellen. Mit steigender Bevölkerungszahl entstanden im Küstenbereich durch Eindeichung, in den Mittelgebirgen durch Rodung, in Sumpf- und Moorgebieten durch Trockenlegung neue Siedlungsräume. Die mühseligen Kultivierungsarbeiten leisteten die Bauern ebenso wie die Ausstattung der neuen Höfe mit Vieh und Arbeitsgeräten. Die Grundherren gewährten als Gegenleistung Vergünstigungen. Vielfach beauftragten sie einen Rodungsmeister (im Süden Reutemeister) mit der Durchführung der Kolonisation. Der Adel und viele Klöster (v.a. die Zisterzienser) waren an der Binnenkolonisation interessiert, weil sie dadurch ihren Herrschaftsbereich (z.B. durch Steuererhebung und Gerichtsbarkeit) erweitern konnten.
(Definition ergänzt von Angelique am 10.10.2016)
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