Brauchtum

Definition, Bedeutung

Der Terminus, ein volkskundliches Fachwort unseres Jahrhunderts, kommt von dem Verb »brauchen« (Althochdeutsch: »bruhhan«) und gilt als Sammelbegriff für alle Bräuche. Unter »Brauch« darf ein von der Sitte gefordertes, sozial bestimmtes, bei gewissen Anlässen geübtes traditionelles Verhalten verstanden werden, z.B. Ernte- und Hochzeitsbräuche. Meist wird der Begriff aber eindeutig als »bäuerliches Brauchtum« ausgelegt, das jedoch mit dem Verlust bäuerlicher Traditionen auf Grund des Strukturwandels am Verschwinden ist.

Jeder Brauch, ein orts- und zeitgebundenes Handeln, bedarf der Gemeinschaft, d.h. einer Gruppe, wie Familie, Handwerkerinnung, Dorfgemeinschaft. Den Rhythmus der Bräuche bestimmen konkrete Anlässe im Jahreskreislauf (z.B. Fastnacht, Johanni), im Lebenskreis (Geburt, Tod), im Arbeitsjahr der Bauern und Handwerker oder auch im Kirchenjahr.

Das Brauchtum reicht mit vielen Wurzeln bis in die Antike und in die christliche Geschichte hinein. Letztlich ist das Brauchtum mit dem Menschen gegeben. Es ist da, so lange Menschen in Gemeinschaft leben. Für den behinderten Erwachsenen bietet Brauchtum neben integrativer Möglichkeiten (Mitfeiern) Strukturierungshilfen im eigenen Lebens- und Jahresablauf (z.B. Kerzen am Adventskranz, Barbarazweige). Das Weiterreichen von Brauchtum kann sinnvoller Inhalt von Erwachsenenbildung sein; durch das gemeinsame Feiern und Erleben wird der Gruppenzusammenhalt gestärkt und Erinnerung wird zur gemeinschaftlichen Teilhabe.

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'Brauchtum' trennt man wie folgt:

  • Brauch|tum
(Definition ergänzt von Gianluca am 22.11.2016)

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