Bruttoexposure

Definition, Bedeutung

Als Brutto-Exposure wird der prinzipiell vom Ausfall bedrohte Betrag bezeichnet. Bei ökonomischer Betrachtung ist hier der Barwert der ausstehenden Zahlungen anzusetzen, als Annäherung wird häufig das Restkapital angesetzt. Zu diesem Betrag müssen gegebenenfalls noch die offenen Zusagen addiert werden. Das Netto-Exposure (NE) stellt den potenziellen Schaden, der bei Ausfall des Kreditnehmers erwartet wird, dar. Die Ermittlung des NE bedingt die Verrechnung des Bruttoschadenpotenzials über eventuell mehrere Konten mit den zugeordneten Sicherheitenwerten. Von zentraler Bedeutung ist hierbei, die Stochastik der Netto-Exposures in den Betrachtungen zu berücksichtigen. Pionierarbeiten zur Thematik stammen von Frye (2000) und Bürgisser et al. (2001). Ursachen der Stochastik liegen vor allem in den Wertänderungen von Sicherheiten im Zeitverlauf sowie operationellen Risiken der Sicherheitenverwertung.

(Offene Zusagen plus Inanspruchnahmen zum Stichtag (Saldo incl. Zinsrückstand, Tilgungsrückstand, rückständige Gebühren / Verwaltungskosten, im Konsortialgeschäft nur Bankanteil, Geschäfte auf fremde Rechnung). Für Handelsgeschäfte wird der Risikoanrechnungsbetrag angesetzt. Dieser entspricht bei Handelsgeschäften des Anlagebuchs dem Buchwert, für Handelsgeschäfte des Handelsbuchs dem Marktwert, ansonsten dem Kreditäquivalenzbetrag.)
(Definition ergänzt von Anja am 25.09.2016)
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