Capitation

Definition, Bedeutung

Als Capitation wird eine Kopfsteuer im spätneuzeitlichen Frankreich des Ancien Regimes bezeichnet. Die Capitation wurde am 18. Januar 1695 von Ludwig XIV. erlassen und sollte die vorangegangene wirtschaftliche Krise Frankreichs beenden sowie die Finanzierung des Pfälzischen Erbfolgekrieges ermöglichen.

Die Capitation war vor allem eine Reaktion auf die gesunkenen Einnahmen durch die Taille. Die Effektivität dieser aus dem Mittelalter stammenden Kopfsteuer war bis zum Ende des 17. Jahrhunderts durch zahlreiche Ausnahmen stark gesunken. Dementsprechend wurden bei der Capitation nur wenige Ausnahmen zugelassen: Der Klerus wurde nicht erfasst, musste aber eine Ausgleichszahlung von vier Millionen Livres im Jahr leisten. Auch die ärmsten Bevölkerungsschichten, die weniger als 40 Sous Taille zahlten, blieben von der Capitation ausgenommen.
(Definition ergänzt von Malin am 19.11.2016)
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