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Judenemanzipation

Als Jüdische Emanzipation bezeichnet man den Weg der Juden vom Rand der Gesellschaft, wo sie eine rechtlich, religiös und sozial diskriminierte Minderheit waren, in die Mitte der Gesellschaft. Ihre Eingliederung begann mit der Anerkennung als gleichberechtigte Staatsbürger seit dem Zeitalter der Aufklärung. Mit der rechtlichen Gleichstellung näherten sich Juden und andere Gesellschaftsgruppen einander stärker an, was von einigen Juden und von Teilen anderer gesellschaftlicher Gruppen zu Christen unterschiedlich bewertet wurde.

Unabhängig von religiöser Zugehörigkeit zugestandene Bürgerrechte wurden zum Kennzeichen des säkularisierten Nationalstaats: erstmals in den USA mit der Bill of Rights 1776, sodann in Frankreich nach der Französischen Revolution von 1789. Am 27. September 1791 verkündete die französische Nationalversammlung die Gleichberechtigung aller französischen Juden. Diese wurde auch in den von Napoleon eroberten europäischen Gebieten gesetzlich eingeführt.

In den deutschsprachigen Staaten wurde die rechtliche Gleichstellung der Juden nicht in einem einmaligen Staatsakt, sondern allmählich in vielen häufig wieder eingeschränkten Einzelschritten von 1797 bis 1918 erreicht. In Preußen wurden die Juden erst mit dem Judenedikt von 1812, der letzten der von Karl August von Hardenberg eingeführten Reformen, Staatsbürger. In der Schweiz wurde den Juden 1866 die Freizügigkeit gewährt und schließlich 1874 als letztes westeuropäisches Land auch das Recht der freien Religionsausübung.[1]

Damit waren seit 1874 alle Juden West- und Mitteleuropas gleichberechtigte Bürger ihrer Staaten. Erstmals in ihrer Geschichte in Europa konnten sie nicht mehr durch den Beschluss eines Regenten des Landes verwiesen werden.

Der Begriff "Juden-Emanzipation" taucht ab 1817 auf. Bis dahin wurde die Thematik als "bürgerliche Verbesserung", "Naturalisation" oder "Gleichstellung" der Juden beschrieben.

(Definition ergänzt von Rebekka am 08.07.2014)

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