antiheld

Definition, Bedeutung

Ein Antiheld (Gegenheld) ist ein Figurentypus der darstellenden Kunst (Literatur, Film oder Comic). Während die dramatische Hauptfigur (der Protagonist) einer Geschichte durch ihre überlegene Charakter-, Verstandes- oder moralische Stärke zur Identifikation einlädt, ist es beim Antihelden gerade eine Schwäche, die sympathisch wirkt. Er ist etwa moralisch stark, aber verstandesschwach wie Don Quijote oder Simplicius Simplicissimus. In der moderneren Literatur gelten Gerhart Hauptmanns Bahnwärter Thiel in der gleichnamigen novellistischen Studie oder George Bernard Shaws pazifistischer Charakter Hauptmann Bluntschli als Antihelden.

Antihelden brechen mit der Möglichkeit des Eskapismus, bei der der Leser seine Wunschträume auf die Hauptfigur projizieren kann, genauso stark, schön, tapfer oder klug zu sein wie der Held der Geschichte. Dafür sind Antihelden in der Regel die vielschichtigeren, tiefer und exakter gezeichneten Charaktere, da sich hier auch Verletzungen und Schwächen einer Figur darstellen lassen. Schließlich lassen Antihelden auch Komik auf Kosten der Hauptfigur zu, denn sie sind potentielle Narren (Komödie). So können diese auch parodistisch eingesetzt werden.

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'antiheld' trennt man wie folgt:

  • An|ti|held
(Definition ergänzt von Nino am 19.09.2016)
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