bittschrift

Definition, Bedeutung

Supplik (auch Supplic, Supplique, von lat. supplicium, die flehentliche Bitte) ist eine Bitte, insbesondere in schriftlicher Form die Bittschrift, die ein oder mehrere Bittsteller (Supplikant) in einem Einzelfall aussprechen oder absenden.

Die Supplik war in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Möglichkeit, auf eine höher gestellte Institution oder Person, z.B. einen Landesherrn, vor allem in solchen Fällen einzuwirken, in denen eine Rechtsgrundlage nicht gegeben war, um seine Lage zu verbessern. Daher musste sie mit großem Respekt und vielen Unterwürfigkeitsformeln (alleruntertänigste Bitte) aufgesetzt oder ausgesprochen werden.

In der Form der Supplik wurden vor allem Beschwerden über erlittenes Unrecht, Bitten um Schutz vor Eingriffen anderer höher gestellter Personen oder Institutionen, aber auch Bitten um Hilfe in Schadensfällen, insbesondere bei höherer Gewalt, z.B. Feuersbrünsten, oder bei militärischen Auseinandersetzungen, z.B. Einquartierungen, vorgetragen. Aber auch die Bitte um Revision eines ergangenen Urteils wurde in Form einer Supplik erhoben. Im katholischen Kirchenrecht sind für Suppliken an den Papst besondere Formalien vorgesehen, siehe Supplik (Kirchenrecht).

In der Moderne wurde für solche Fälle in demokratisch verfassten Staaten die Petition eingerichtet.

Beispiele

  • Bittschrift des niederländischen Adels an die spanische Statthalterin Margarete von Parma (1566), →Geusen
  • Bittschrift der wegen Hexerei angeklagten Margarete Bucklin an den Markgrafen von Ansbach (1594)
  • Bittschriften des Müllers von Sanssouci an den preußischen König (um 1750), →Historische Mühle von Sanssouci
  • Bittschrift der Christiane Vulpius an Goethe als Minister des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach wegen ihres Bruders (1788), →Christiane von Goethe
  • Bittschrift der Basler Bürger für eine Erweiterung der Volksrechte der Landbevölkerung (1830), →Stephan Gutzwiller

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'bittschrift' trennt man wie folgt:

  • Bitt|schrift

Beispielsätze mit dem Begriff 'bittschrift'

  • Ein Weib wollte einem König von Epirus eine Bittschrift überreichen.Quelle: Aus den Politischen Testamenten - Friedrich II. von Preußen
(Definition ergänzt von Kaja am 28.10.2016)

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