brechen

Definition, Bedeutung

I. (mit Akk.; hat gebrochen)

1. durch Druck in Stücke teilen; das Brot brechen feierlich teilen; Blumen brechen (poetisch) pflücken; Marmor brechen im Steinbruch abschlagen; Flachs brechen zerkleinern

2. überwinden, bezwingen; jmds. Trotz, Widerstand brechen

3. nicht halten, nicht einhalten; einen Schwur, die Treue, einen Vertrag, ein Versprechen brechen; sein Wort brechen

4. beenden; das Fasten brechen; endlich brach er das Schweigen; einen Rekord brechen einen neuen Rekord aufstellen

II. (mit Dat. und Akk.; hat gebrochen) jmdm. oder sich etwas brechen durch Gewalt, Sturz entzweimachen; sich den Arm, das Bein brechen; das hat ihm das Genick gebrochen (ugs.) das hat ihm die Existenz genommen

III. (refl.; hat gebrochen) sich brechen

1. von der Richtung abweichen; Lichtstrahlen brechen sich im Wasser

2. gegen etwas schlagen und zurückgeworfen werden; Wellen brechen sich am Ufer, am Felsen; Schallwellen brechen sich an einer Mauer

IV. (o. Obj.; ist gebrochen)

1. durch Druck in Stücke gehen, entzweigehen; das Eis, der Zweig bricht; mir brach fast das Herz (übertr.) es tat mir sehr weh; der Saal war zum Brechen voll der Saal war überfüllt

2. brüchig werden, rissig werden; alter Seidenstoff, altes Leder bricht

3. aussetzen; seine Stimme brach (vor innerer Bewegung)

4. starr, blicklos werden;(in der Wendung) seine Augen brachen er starb

5. plötzlich hervorkommen; die Sonne brach aus den Wolken, durch die Wolken; Rehe brachen aus dem Gebüsch

V. (o. Obj. oder mit Akk. oder refl.; hat gebrochen; ugs.) den Mageninhalt durch den Mund von sich geben, sich erbrechen; ich muss brechen, (oder) ich muss mich brechen; er hat gebrochen, (oder) er hat das Essen gebrochen; der Film ist zum Brechen der Film ist abscheulich, widerwärtig

VI. (mit Präp.obj.; hat gebrochen) mit etwas brechen etwas nicht mehr tun, mit etwas aufhören; mit einer Gewohnheit brechen; mit etwas oder jmdm. brechen die Freundschaft mit jmdm., die Beziehung zu etwas oder jmdm. beenden; mit einem Freund, mit der Kirche, mit einer Partei brechen

VII. Brechen ist der vierte Arbeitsgang bei der Herstellung und Gewinnung von Leinen aus Flachs. Hierbei werden die Flachsstengel geknickt und gebogen, so daß die Holzbestandteile zerkleinert werden. Vor dem Brechen erfolgt das Raufen, Riffeln und Rotten (Rösten). Danach kommt das Schwingen und Hecheln.

Silbentrennung

Die Silben von dem Wort 'brechen' trennt man wie folgt:

  • bre|chen

Beispielsätze mit dem Begriff 'brechen'

  • Doch wir brechen in einer Darstellung ab, der wegen des Mangels aller sicheren und ergiebigen Anhaltspunkte stets Gefahr droht, sich in Phantasien zu verirren, die nur die Poesie zu einem wertvollen Gemälde vereinigen, die Wissenschaft aber nicht zu nützlichen Gesichtspunkten präzisieren kann.Quelle: Rudolf Hermann Lotze: Medizinische Psychologie
  • Im verneinenden Falle hingegen haben wir sogleich und auf immer mit dem werten Freunde zu brechen, oder, wenn es ein Diener ist, ihn abzuschaffen.Quelle: Römische Geschichte, erstes Buch - Theodor Mommsen
  • Der König konnte zwar, auch ohne gerade das Landrecht zu brechen, viel Unbilliges tun; er konnte den Mitstreitern ihren Anteil an der Beute schmälern, er konnte übermäßige Fronden auflegen oder sonst durch Auflagen unbillig eingreifen in das Eigentum des Bürgers; aber wenn er es tat, so vergaß er, daß seine Machtfülle nicht von Gott kam, sondern unter Gottes Zustimmung von dem Volke, das er vertrat, und wer schützte ihn, wenn dieses wieder des Eides vergaß, den es ihm geschworen? Die rechtliche Beschränkung aber der Königsgewalt lag darin, daß er das Gesetz nur zu üben, nicht zu ändern befugt war, jede Abweichung vom Gesetze vielmehr entweder von der Volksversammlung und dem Rat der Alten zuvor gutgeheißen sein mußte oder ein nichtiger und tyrannischer Akt war, dem rechtliche Folgen nicht entsprangen.Quelle: Die Frauenfrage: ihre geschichtliche Entwicklung und wirtschaftliche Seite
(Definition ergänzt von Veronica am 12.09.2016)

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